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Die Edelsteine |
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Written by Alexander Freiherr von Strachwitz
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Monday, 18 April 2005 21:26 |
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There are no translations available.
Die EdelsteineIhr wißt vom Blitze eine graue Märe, Der im granitnen Leibe des Giganten, Herabgeschleudert aus azurner Sphäre, Zum Strahl verkörpert war des Diamanten.
Doch wie entsprungen in des Berges Minen Granaten, Amethyst', und Chrysolithe, Achat', Saphir', Topasen und Rubinen, Des will ich künden euch die andre Mythe.
Als einst der Herr gemalt den Regenbogen Mit buntem Schmelze aller Trikoloren, Als Riesenbuchstab in Azur gezogen, Gewoben aus der Liebe Meteoren,
Da sprach ein Cherub zu dem Herrn der Erde: »Was frommt, Jehova, dieser Farben Blendung, Wenn auf des Bergs porphyrnem Feuerherde Der Strahl verflüchtet deiner Gnadensendung?
Willst du der Welt ein ewig Zeichen stiften, So laß die Glut zum Körper sich versteinen, Daß aus der Erde mitternächt'gen Triften Die Sonnenfarben deiner Liebe scheinen.«
Da senkte der Herr des Bogens bunte Spitze Tief in des Berges fels'gen Riesennacken, Bis sich versteint das bunte Kind der Blitze In millionenfarb'gen Edelschlacken.
Da ward aus Rot der Purpur der Granate, Der Chrysolith aus meeresgrünem Taue, Aus reinem Weiß der Milchstoff der Achate Und der Saphir aus lichtem Himmelsblaue.
In Rosenfarb' ist der Rubin entglommen Und der Topas im feuergelben Scheine, In Violet der Amethyst verschwommen: Das ist der Stammbaum jener Edelsteine. |
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Ein Reiterlied |
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Written by Alexander Freiherr von Strachwitz
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Monday, 18 April 2005 21:25 |
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Ein ReiterliedIch ritt durch klare Frühlingspracht Auf sturmbehendem Pferde, Da hab' ich bei mir selbst gedacht: Wie ist so schön die Erde!
Der Renner sprang, der Renner schwang Sich über Gräben und Hecken, Wohl über den sonnigen Bergeshang Und schattige Talesstrecken.
Wie rannen im sausenden Luftgezisch Vorüber die blauen Weiten! Mir ward so froh, so frei und frisch, Als wollt' ich gen Himmel reiten.
Fort stob der Erde Pein und Weh', Wie unterm Hufe die Kiese, Auf stieg aus der Brust zur Wolkenhöh' Des Gedankens freudiger Riese.
Es klirrte der Bügel, es blitzte der Sporn, Ich saß in stolzer Ermannung; Wie stöhnte des Rosses Feuerzorn In kräftiger Schenkelspannung!
Und wie es stürmte hinab, hinauf, Gehetzt vom Stachel der Ferse, Da ward zum Reime ein jedes Geschnauf, Ein jeder Hufschlag zum Verse:
Gott grüße dich, tiefes Himmelblau, Euch, zuckende Sonnenstrahlen; Du rauschender Wald, du Wellentau, Gott grüß' euch zu tausend Malen!
So hab' ich gejubelt, geschwärmt, gelacht Im freudigen Jünglingsmute, Indes unter mir mit Windesmacht Hinjagte die schlanke Stute.
Und als ich daheim beim Abendstrahl Abnahm den Sattel dem Pferde, Da sprach ich im Stillen noch einmal: Wie ist so schön die Erde!
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Nieder, nieder! |
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Written by Alexander Freiherr von Strachwitz
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Monday, 18 April 2005 21:25 |
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Nieder, nieder! Nieder, nieder, stolzes Herz! Wie du auch im Sturme flutest, Wie du ringst und wie du blutest, Dennoch mußt du niederwärts! Sahst du auch nach langen, kühnen Zügen durch das wüste Meer, Sahst du auch das Ufer grünen, Du erreichst es doch nicht mehr!
Nieder, nieder, stolzes Herz! Hast du früher lindbefeuert Auf Morganas Kahn gesteuert, Dennoch mußt du niederwärts! Was dein kühnster Traum erdichtet, Es erscheint dir sonnenklar; Doch – das Traumbild ist vernichtet Und die Wahrheit unnahbar!
Nieder, Nieder, stolzes Herz! Hast du sonst von Mut gelodert, Kampf geatmet, Kampf gefodert, Dennoch mußt du niederwärts! Deines Himmels eh'rne Mauern Sind zu steil für dein Gelüst, Und du kannst es nur betrauern, Daß du noch nicht Asche bist!
Nieder, Nieder, stolzes Herz! Feurig wollen, trotzig ringen, Untergehn und nie vollbringen, Ist der alte, große Schmerz! – Was das Leben nie verziehen, Wird im Tode Wort und Klang. Blute drum in Melodieen, Jeder Tropfen ein Gesang!
Blute, blute, stolzes Herz! Aus der Brust geheimsten Seeen Laß den Strom der Liebe wehen, Laß ihn brausen, wundes Herz! Laß ihn rinnen und verrinnen; – Eh' er tot im Meere ruht, Fällt vielleicht von stolzen Zinnen Eine Träne in die Flut!
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Keine Sinekure |
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Written by Alexander Freiherr von Strachwitz
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Monday, 18 April 2005 21:23 |
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There are no translations available.
Keine SinekureMich quält ein sonderbar Verlangen Nach Sorg' und Müh', Gefahr und Streit, Es ist mir stets zu gut gegangen In dieser seidnen Friedenszeit.
Es hat kein Schmerz mich überflutet, Es hat kein Sturm mein Haupt umtobt, Es hat mein Herz noch nie geblutet, Es hat kein Streit mein Schwert erprobt.
Noch ward kein Joch mir zum Zerbrechen, Kein Knoten, um ihn durchzuhaun, Noch keine Schmach, um sie zu rächen, Kein Tod, um ihm ins Aug' zu schaun.
Mir ward kein Banner, es zu schirmen, Kein Kranz – dieweil ich nichts getan, Mir ward kein Gipfel zum Erstürmen Und zum Durchrennen keine Bahn.
In der Charybde Strudelwallen, Da taucht' ich freudig lange schon; Doch keiner läßt den Becher fallen Und keine Kön'gin ist der Lohn.
Ich wollt', ich hörte Schwerter singen, Und hörte, wie ein Schlachtroß schnauft: Wie woll' ich in den Sattel springen, Da, wo die Zeit mit Blute tauft!
In Kugelwetter, Speeresdornen, Wo Tod, der Schnitter, hält die Mahd, Da wollt' ich meinen Renner spornen Wie in ein kühlend Rosenbad.
Gebt mir ein Schwert und laßt mich's ziehen Und gönnt mir einen einz'gen Schlag, Und seht ihr mich vom Felde fliehen, So sei's mein letzter Lebenstag.
Gebt mir den Feind, daß ich ihn schlage, Gebt mir den Tod mit seiner Pein, Gebt Sieg mir oder Niederlage, Nur laßt es bald gestritten sein!
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