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Written by Alexander Mauritz Kurt Otto Frhr. v. Strachwitz un   
Montag, 18 April 2005

Im Hafen

Dir, edle Herrin, will ich bringen
    Des treuen Dichters Scheidegruß.
Ich weiß nicht, was ich werde singen,
    Wohl aber, daß ich singen muß.

Des Ankers Kralle weicht vom Grunde
    Und vom Valetschuß kracht die See;
Es ist die allerletzte Stunde,
    Doch nicht das allerletzte Weh.

Der Wimpel weht mit frohem Grüßen
    Verständlich von des Mastes Knauf;
Noch einmal sink' ich dir zu Füßen,
    Noch einmal sah' ich zu dir auf.

Ich hab' es lang genug ertragen,
    Die Stunde fliegt mit Schwalbenflug,
Ich muß dir alles, alles sagen,
    Was ich für dich im Herzen trug.

Ich weiß nicht, ob du mich verstanden,
    Ich weiß nicht, ob du mich erhört,
Ob meiner Lieder wildes Branden
    Dich hat gerührt, dich hat empört.

Ich weiß es nicht, ich welche Fernen
    Mich bald von dir die Woge rollt;
Das aber möcht' ich wissen lernen,
    Ob du mir jemals wohl gewollt,

Ob dich ein einzig Wort erschüttert,
    Ob dich ein einz'ger Blick durchdrang,
Ob dich von mir ein Traum umzittert,
    Ob dir ein Lied zum Herzen klang.

Das Eine, Herrin, laß mich wissen,
    Ob dir mein Werben nicht verhaßt;
Laß mich die grüne Flagge hissen,
    Die Hoffnungsflagge, auf den Mast!

Und wie der Kämpfer, speerdurchstochen,
    Sich in die Fahne hüllt hinein,
So soll, wenn einst dies Herz gebrochen,
    Mein Bahrtuch diese Flagge sein.

Last Updated ( Montag, 18 April 2005 )
 
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