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Ein Reiterlied Drucken E-Mail
Geschrieben von Alexander Mauritz Kurt Otto Frhr. v. Strachwitz un   
Montag, 18. April 2005

Ein Reiterlied

Ich ritt durch klare Frühlingspracht
    Auf sturmbehendem Pferde,
Da hab' ich bei mir selbst gedacht:
    Wie ist so schön die Erde!

Der Renner sprang, der Renner schwang
    Sich über Gräben und Hecken,
Wohl über den sonnigen Bergeshang
    Und schattige Talesstrecken.

Wie rannen im sausenden Luftgezisch
    Vorüber die blauen Weiten!
Mir ward so froh, so frei und frisch,
    Als wollt' ich gen Himmel reiten.

Fort stob der Erde Pein und Weh',
    Wie unterm Hufe die Kiese,
Auf stieg aus der Brust zur Wolkenhöh'
    Des Gedankens freudiger Riese.

Es klirrte der Bügel, es blitzte der Sporn,
    Ich saß in stolzer Ermannung;
Wie stöhnte des Rosses Feuerzorn
    In kräftiger Schenkelspannung!

Und wie es stürmte hinab, hinauf,
    Gehetzt vom Stachel der Ferse,
Da ward zum Reime ein jedes Geschnauf,
    Ein jeder Hufschlag zum Verse:

Gott grüße dich, tiefes Himmelblau,
    Euch, zuckende Sonnenstrahlen;
Du rauschender Wald, du Wellentau,
    Gott grüß' euch zu tausend Malen!

So hab' ich gejubelt, geschwärmt, gelacht
    Im freudigen Jünglingsmute,
Indes unter mir mit Windesmacht
    Hinjagte die schlanke Stute.

Und als ich daheim beim Abendstrahl
    Abnahm den Sattel dem Pferde,
Da sprach ich im Stillen noch einmal:
    Wie ist so schön die Erde!

 
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