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Geschrieben von Alexander Mauritz Kurt Otto Frhr. v. Strachwitz un   
Sonntag, 17. April 2005

Ein Gesicht

Es liegt im Tal ein weißer Stein,
    Das ist ein Hünengrab;
Dort senkten sie im Totenschrein
    Mein Vaterland hinab.

Es fliegt im Blau ein schwarzer Aar,
    Das ist des Hünen Geist,
Der überm Grabe Jahr für Jahr
    In steter Runde kreist.

Es lehnt am Stein ein Sängersmann,
    Ich kenn' ihn wohl, bei Gott,
Der sieht zum Adler himmelan
    Mit düster kaltem Spott.

Und kreise du am Himmelsrand
    Viel tausend Jahre noch,
Sie halten dich bei uns zu Land
    Für eine Kräne doch.

Hier sieht man, was zur Sonne strebt,
    Für Dohl' und Raben an,
Und was bei uns im Aase gräbt,
    Heißt Adler oder Schwan.

Wohl schwebt' auch ich einst hoch genug,
    Und ward verkannt, verhöhnt;
Da hab' ich mir den Sonnenflug
    Für immer abgewöhnt.

Hier stehen will ich, stumm und still,
    Und sterben auf dem Stein,
Dann scharrt man mich, wenn's enden will,
    Vielleicht daneben ein.

Du, komm herab zu dieser Gruft
    Und stirb allhier wie ich:
Da droben in der deutschen Luft,
    Da ist nicht Raum für dich!

 
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