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Hoch und tief Print E-mail
Written by Alexander Mauritz Kurt Otto Frhr. v. Strachwitz un   
Sonntag, 17 April 2005

Hoch und tief

Wie hab' ich sonst so frisch gesungen
    In jungem Stolz und junger Kraft,
Wie ward mein Herz emporgeschwungen
    Vom Wirbel kühner Leidenschaft!

Wie war mein Herz emporgerichtet,
    Wie trat mein Fuß so federleicht,
Wie war die Wange glutgelichtet,
    Wie war das Aug' begeistrungsfeucht!

Und kam der Schmerz, er zwang mich nimmer,
    Und schwoll die Woge noch so nah,
Die Jugend gab dem freud'gen Schwimmer
    Den Schleier der Leukothea. –

Nun ich des Höchsten mich vermessen
    In meinem Glück und meinem Mut,
Hat schweigend über mir indessen
    Des Schmerzes Donnerkeil geruht.

Wie hat er meinen Traum zerschmettert
    In seinem goldensten Gedeihn,
Wie hat er schonungslos entgöttert
    Den Himmel meiner Phantasein!

Sie durften mich von dir verbannen,
    Sie sperrten mir zu dir die Bahn,
Sie lassen mich nicht mehr von dannen,
    Sie geben mir nicht Roß nicht Kahn.

Und nun im allerschwersten Leide
    Gesteht es das besiegte Herz:
Die höchsten Lieder singt die Freude,
    Allein die tiefsten singt der Schmerz.

 
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