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Geschrieben von Alexander Mauritz Kurt Otto Frhr. v. Strachwitz un   
Sonntag, 17. April 2005

Ständchen

Mein Liebchen, komm, uns Beiden
    Ist wohl, wenn der Abend scheint.
Es hat der Tag beim Scheiden
    Sein Auge rot geweint.
Die allertiefste Bläue
    Umduftet den Bergeswall,
Und wie in süßer Scheue
    Murmelt der Wasserfall.

Lautlos die Flügel regend
    Hinschwimmt des Windes Flug,
Das ist der entschlafenden Gegend
    Duftflutender Atemzug.
Er macht die Welle nicht schüttern,
    Er streicht ihr Haar nur glatt;
Er läßt die Blätter nicht zittern,
    Er küßt nur jedes Blatt.

Die Blumen traumhaft schwanken
    Und atmen wollustschwer,
Es flattern Märchengedanken
    Um ihre Häupter her.
Der Baum mit allen Zweigen
    Zum Himmel blickt er stät,
Er spricht in seligem Schweigen
    In sich sein Nachtgebet.

Mein Liebchen, komm, das Glutmeer
    Ist hinter die Berge gerollt
Und wirft noch über die Flut her
    Sein letztes Streifchen Gold;
Mein Liebchen, komm, es nachtet,
    Tau schlürfen die Rosen fromm,
Mein Mund nur dürstet und schmachtet,
    Mein Liebchen, komm, o komm!

 
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